Abstracts der Tutorien und Vorträge
Hier finden Sie die Zusammenfassungen der Tutorien und Vorträge der Tagung.
Martin Sievers, Literatur- und Quellenverzeichnisse mit dem Paket biblatex
Eine der grossen Stärken von LaTeX 2e ist die Literatur- bzw. Quellenverwaltung. Mithilfe des Werkzeugs BibTeX lassen sich zitierte Quellen im Dokument aus einer entsprechenden Sammlung (.bib-Datei) in einem bestimmten Format in die Ausgabe integrieren. Diese so genannten Styles (.bst-Dateien) können jedoch nur mit hohem Aufwand an eigene Bedürfnisse angepasst werden, da dazu die recht komplizierte reverse polish notation (RPN) verwendet wird.
Hier setzt das Paket biblatex an, indem es ermöglicht, Anpassungen für das Literaturverzeichnis, aber auch für Zitate, komfortabel und äußerst umfangreich mithilfe der LaTeX-Syntax durchzuführen. Insgesamt stehen dem Anwender derzeit 85 Datenfelder und 14 "Verwaltungsfelder" zur sehr präzisen Quellenerfassung zur Verfügung. Zudem gibt es viele neue Typen wie movie, audio oder legislation. 20 fertige Style erlauben den schnellen Einstieg in die Arbeit mit biblatex. Der Einsatz von BibTeX wird gleichzeitg auf ein Minimum beschränkt. Lediglich die Generierung der Label und die Sortierung erledigt noch das Hilfsprogramm.
Der Vortrag stellt den aktuellen Entwicklungsstand des Pakets, die Installation und einige Einsatzmo"glichkeiten vor. Diese reichen von der Anpassung einzelner Paketoptionen über Befehlsumdefinitionen bis zur Erstellung eigener "driver" für die Ausgabe.
Doris Wagner, Mathematische Paradoxa, illustriert mit Beamer und PSTricks
Grundlage für den Vortrag ist folgendes Buch: Konforowitsch, A. G.: Logischen Katastrophen auf der Spur, 2. Aufl. Fachbuchverlag Leipzig-Köln, 1992, ISBN 3-343-00831-1
Dieses Buch enthält eine Fülle von falschen mathematischen Aussagen sowie deren Beweise. Die Beweise sind auf den ersten Blick - rein formallogisch gesehen - absolut korrekt geführt. Natürlich enthalten sie alle einen oder mehrere kleine Tricksereien oder Fehler.
Ich bin derzeit Lehrerin an einem Gymnasium und habe zusammen mit Schülern aus einer neunten Klasse (diese sind 15 bis 16 Jahre alt) im Rahmen eines Schuljubiläums drei dieser falschenAussagen inklusive deren Beweise in drei Einzelvorträgen publikumswirksam aufbereitet.
Die Vorträge sind für mathematische Laien gut verständlich und für Hörer mit viel mathematischem Hintergrundwissen sehr unterhaltsam. Im Einzelnen können von mir die folgenden drei Aussagen vorgestellt werden:
- Jeder Kreis hat zwei Mittelpunkte.
- Durch zwei Punkte kann man zwei verschiedene gerade Strecken legen.
- Für die Kreiszahl pi gilt: pi = 2
David Kastrup, Nutzung von Emacs zur Erstellung von LaTeX-Dokumenten
Hierbei geht es darum, welche Möglichkeiten die Editierplattform Emacs dem LaTeX-Vielschreiber bietet, und welche Add-Ons man sinnvollerweise einsetzt. In Emacs bereits enthalten aber separat zu aktivieren ist die Verweisverwaltung RefTeX, die mittlerweile ebenfalls vom AUCTeX-Team betreut wird. Dringend anzuraten ist die Editierumgebung AUCTeX, die neben kontextsensitiver Vervollständigung, syntaxbasierter Einrückung und Highlighting, diversen Eingabehilfen (speziell auch für Mathematikmodus) auch den WYSIWYG-Modus preview-latex, der besonders für Mathematik und Grafiken nützlich ist, aufweist.
Für den typischen Anwender ist die seit Emacs-22 nochmals verbesserte utf-8-Unterstützung angenehm.