Herbsttagung 2026
Infos
- Ort: Wiesbaden-Erbenheim, Ordix IT AG
- Datum: 25./26. September 2026
- Tagungsberericht: DTK 4/2026
Vorträge
Adelheid Bonnetmüller: Having Fun With LATEX XIII
Seit vielen Jahren erfreut sich die Vortragsreihe „Having Fun with LATEX“, die Kuriositäten aber auch Nützliches aus dem CTAN-Universum zeigt, großer Beliebtheit.
Welche Pakete dieses Mal gezeigt werden, wird noch angekündigt.
Adelheid Bonnetsmüller: Barrierefreie Präsentationen mit lTX-Talk
Was mit Beamer und anderen Klassen schwer möglich ist, ist barrierefreie Präsentationen zu erstellen. Um diese Lücke zu schließen, entwickelt Joseph Wright seit 2023 lt-talk. In diesem Vortrag wird die Klasse vorgestellt.
ERIK BRAUN: CTAN, UPDATE 2026
Aktuelle Informationen vom CTAN-Team.
Felix Diesmann: warum schreiben Philosophen nicht mit TeX?
In den Naturwissenschaften sowie der Mathematik hat sich TEX als ein Quasi-Standard für Publikationen etabliert. Im Gegensatz dazu bleibt T EX in den Gesellschafts- und Geisteswissenschaften – wie der Philosophie – ein Nischenwerkzeug. Dies scheint zunächst überraschend, da die (theoretische) Philosophie viele der Anforderungen an Textverarbeitung, wie formale Notationen, Zitationen und auf den Inhalt fokussierte sowie ein unkomplizierter Arbeitsfluss mit den Naturwissenschaften teilt.
Dieser Vortrag geht der Frage nach, warum sich TEX in der akademischen, philosophischen Community (in Deutschland) dennoch nur schwer durchsetzt.
Ausgehend von meinen eigenen Erfahrungen und Einblicken in Forschung und Lehre der akademischen Philosophie, sowie Gesprächen mit anderen Mitgliedern der wissenschaftlichen Community und dem Durchführen eines Workshops zu Anwendungsmöglichkeiten von TEX mit Philosophiestudierenden habe ich einige Aspekte identifiziert, welche die unterschiedliche Popularität von TEX beschreiben können. Dabei ist besonders das fehlende Wissen um TeX und seine Vor- und Nachteile offensichtlich. Ohne eine institutionalisierte Weitergabe von Wissen und Erfahrung durch Kurse, Workshops und dergleichen kommen Studierende – und damit auch Mitglieder des Wissenschaftsbetriebs – nicht in Berührung mit TEX. Dies ist in naturwissenschaftlichen Studiengängen anders, da TEX dort entweder als gängig etabliert oder durch institutionelle Voraussetzungen gefördert wird. Damit verbunden scheint eine grundsätzliche Aversion bei Studierenden gegenüber computerbasierten Werkzeugen, welche aufgrund ihres Mangels an bekannten GUI-Elementen als zu komplex wahrgenommen werden. Es ist mein Eindruck, dass potentielle Neueinsteiger:innen auch deshalb nicht glauben, dass sich der Aufwand des Erlernens von Anwendungen wie TEX lohne.
Entsprechend scheinen a priori Gründe für diese variierende Verbreitung nicht verantwortlich zu sein, sondern vielmehr eine unterschiedliche Sozialisierung in verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen.
Ulrike Fischer: Die Mauer muss weg!
Alte Dokumente barrierefrei machen — einige Fallbeispiele.
Hans Hagen: Service Model
Service Model (part 1)
This talk is a variant of one I had at BachoTEX 2026 (see the latest DTK for a summary by Adelheid). We zoom in on how we could look at the future of the TEX ecosystem. How does for instance ‘Artificial Intelligence’ influence us? Will there be much TEX usage in the future at all? What is the role of user groups? How human will typesetting be? There’s plenty we can discuss especially when we are a bit provocative and honest.
Service Model (part 2)
When Don Knuth came up with TEX the assumption was that it could last forever (read: 100 years). It has become clear that this is not the case, given changes in typesetting demands, reading and writing.
So how should we deal with long term stability and support for ConTEXt? I will discuss some ideas and possible approaches. This is a follow up on discussions we had at the recent ConTEXt meeting.
Teaser: indeed there could be some role for AI (or more precise: LLM enhanced harnesses)
Stephan Lukasczyk: tex & AI
Seit der Veröffentlichung von ChatGPT ist AI in aller Munde. Doch was hat TeX damit zu tun? Nicht nur die Antwort auf diese Frage ist für manche überraschend, auch die Kombination eröffnet überraschende Möglichkeiten.
Henning Hraban ramm: Barrierefreiheit mit context
Was verstehen wir unter Barrierefreiheit und wie lassen sich PDF/A-konforme Dokumente mit ConTeXt umsetzen?
samcarter: Tabellen mit tabularray
Tabularray ist ein modernes Paket zum Setzen von Tabellen. Es erlaubt die vollständige Trennung zwischen Tabelleninhalt und -form, wodurch es ideal für ein konsistentes Tabellenlayout oder automatisch erzeugte Tabellen ist.
In diesem Vortrag werde ich eine kurze Einführung über Tabularray geben und die wichtigsten Werkzeuge vorstellen, um Tabellen mittels Tabularray zu erstellen.
Manfred Sielhorst: Das zähe ringen um Barrierefreiheit
Seit 20 Jahren arbeiten ich mit meinen Dokumentvorlagen für die Projektarbeit, die schließlich als git submodule in Projekte integriert werden. Ergänzend dazu habe ich meine Vorlesungen, fortlaufend auf der Grundlage PDFLaTeX, Beamer und TikZ modifiziert, erweitert und überarbeitet. Das definiert meinen aktuellen TeX Hintergrund.
In meinem aktuellen Projektumfeld habe ich Dokumentvorlagen erhalten, die seit 10 Jahren intensiv im Einsatz sind. Damit werden technische Analysen dokumentiert und aktuell über Templates mit LUALaTeX zuverlässig unter Beachtung von Sicherheitsanforderungen in einer einheitlichen Struktur als PDF bereitgestellt.
Für die Barrierefreiheit wurde in beiden Fällen bereits früh eine Auswahl für Design, Farben und Schriften getroffen, aber die mit LaTeX3 verfügbare strukturierte Aufbereitung bietet ihre Herausforderungen. Ich berichte über meine Erfahrungen und Hintergründe mit der Barrierefreiheit.
Mit den Herausforderungen nicht alleine bleiben, Anregungen erhalten und den Nachwuchs stärker in die Entwicklung integrieren ist meine Motivation aus 40 Jahren mit TeX. Daraus sollen sich neue Ansätze für DANTE e.V. ergeben. Aus Stammtischgesprächen entstand dazu der erste Vorschlag für Patenschaften zu einer Mitgliedschaft, die von Unternehmen und Institutionen insbesondere für Studierende und Auszubildende übernommen werden können.
