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Herbsttagung 2018

Die Herbsttagung 2018 fand am Samstag, den 15. September 2018, in Chemnitz statt.

Programm

Thomas H. Meyer: Einführung in TUSTEP – Was ist es und was kann es (vielleicht besser als LaTeX)?

Das „Tuebinger System von Textverarbeitungsprogrammen“ ist seit den sechziger Jahren im Einsatz und damit eines der ältesten, immer weiter aktualisierten Softwareprojekte überhaupt. Noch immer hat es einiges zu bieten, doch beschränkt sich seine Nutzerschaft auf einen sehr kleinen eingeschworenen Kreis. Daran hat auch die Tatsache wenig geändert, dass das Programmpaket seit 2011 als open source vorliegt. In diesem Vortrag geht es darum, die grundlegende Arbeitsweise des Systems zu erläutern und seine Leistungsfähigkeit einschätzen zu können. Dabei drängt sich der Vergleich mit LaTeX natürlich auf, obwohl die Herangehensweise der beiden Programme grundsätzlich verschieden ist. In mancher Hinsicht ist der Einsatz von TUSTEP wie eine Reise in eine fremde Welt. Bon voyage!

Marei Peischl: KOMA-Script für und gegen den Rest der TeX-Welt

KOMA-Script wird ständig erweitert und bietet mit Bordmitteln weitaus mehr Mechanismen als vielen Anwendern bekannt sind. Beinahe jede Layoutänderung ist mit den eingebauten Mechanismen möglich. Die KOMA-Script-internen Mechanismen haben zudem den Vorteil, dass sie die übrige Funktionalität nicht behindern. Der Vortrag gibt einen Überblick über verbreitete Ansätze zu Layoutänderungen und vergleicht diese mit den Adaptionen auf KOMA-Script eigene Mechanismen.

Martin Sievers: Wir rühren die Werbetrommel für das Paket tagpdf

Siehe https://ctan.org/pkg/tagpdf?lang=de

Martin Sievers :Zusammen sind sie stark – Argumente aus der Praxis für biblatex und Biber

Mittlerweile sind biblatex und Biber in weiten Teilen der TeX-Welt als „Nachfolger“ von BiBTeX und dessen Style-Dateien akzeptiert. Die oftmals genannten Vorzüge wie die Unterstützung zusätzlicher Eintragstypen und -felder, die Integration vormals in Paketen verpackter Funktionen, z.B. zu Mehrsprachigkeit und Filterung der Ausgabe, sowie die LaTeX-Syntax zur Steuerung der Ausgabe sind dafür wichtige Argumente. Darüber hinaus bietet biblatex im Zusammenspiel mit Biber aber auch eine sehr mächtige Schnittstelle, um Bibliographiedaten vor ihrer Verarbeitung mit Hilfe regulärer Ausdrücke umzubauen. Zudem kann das interne Datenmodell nahezu beliebig erweitert und die Ausgabe entsprechend angepasst werden. Eine häufige Anwendung findet dies in meiner täglichen Arbeit mit Daten, die aus dem Literaturverwaltungsprogramm Zotero exportiert wurden. Hierbei werden die Möglichkeiten, die biblatex zur detaillierten Erfassung von Literatur bietet, nur unzureichend genutzt. Zudem gibt es immer wieder projektspezifische Fälle, die nur über eine „Hilfssyntax“in Zotero erfasst werden können und anschließend in eine geeignete biblatex-Form gebracht werden müssen. Der Vortrag zeigt anhand einiger konkreter Beispiele wie das interne biblatex-Datenmodell erweitert werden kann und die gelieferten Daten im Sinne der gewünschten Ausgabe manipuliert werden können.

Folien

Herbert Voß: Was man alles falsch machen kann…

Beim „Programmieren“ von LaTeX-Quelltexten treten viele kleine oder große Fehler auf, die zu einem Übersetzungsabbruch führen. Darum soll es hier jedoch nicht gehen, sondern es sollen Eingaben gezeigt werden, die eine Ausgabe liefern, die sowohl von der Typografie als auch von anderen Vorgaben her zweifelhaft oder sogar falsch sind. Beispiele sind falsche Trennungen in mehrsprachigen Texten, falsche Abstände zwischen Maßzahl und Maßeinheit, usw.

Thomas H. Meyer, Uwe Ziegenhagen, Martin Sievers: LaTeX für Geisteswissenschaftler – eine Einführung

LaTeX wird schon seit vielen Jahren in vielen Bereichen der Geisteswissenschaften erfolgreich eingesetzt, doch mangelt es an entsprechender Dokumentation, nicht nur für Einsteiger. Daher beschäftigt sich bereits seit einiger Zeit eine informelle Arbeitsgruppe, bestehend vorwiegend aus Mitgliedern von DANTE e.V., damit, eine Einführung zusammenzustellen, die speziell auf die Bedürfnisse geisteswissenschaftlicher LaTeX-Nutzer ausgerichtet ist. Im Vordergrund stehen v.a. klassische Herausforderung des geisteswissenschaftlichen Textsatzes wie die Nutzung nicht-lateinischer Alphabete, die parallele Wiedergabe von Text und Übersetzung oder auch der Satz komplexer Apparate im Rahmen einer kritischen Textedition. Ein Vorbild für das Projekt ist das Buch des diesjährige Ehrenpreisträgers Maieul Rouquette (https://geekographie.maieul.net/95). Der Vortrag stellt das Konzept sowie den aktuellen Stand der Ausführungen vor.

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